Die Umbaukosten des Städtischen Klinikums Braunschweig überschreiten erstmals die Milliardenmarke. Statt der bislang angenommenen 803,3 Millionen Euro geht die Klinikführung nun von Gesamtkosten in Höhe von 1,0057 Milliarden Euro aus – ein Plus von rund 202 Millionen Euro bzw. 25,2 Prozent. Die deutliche Kostensteigerung belastet den städtischen Haushalt massiv, zumal das Klinikum zusätzlich hohe jährliche Defizite im laufenden Betrieb verursacht.
CDU-Ratsherr und OB-Kandidat Maximilian Pohler reagiert scharf auf die neuen Zahlen. Er erklärte, seine Partei fühle sich „veräppelt“, da die Stadtverwaltung noch vor einem halben Jahr auf Nachfrage der CDU-Fraktion weiterhin von Umbaukosten in Höhe von 803 Millionen Euro gesprochen habe. Pohler fragt: „Woher kommt nun dieser exorbitant hohe Anstieg?“
Darüber hinaus stellt Pohler grundsätzliche Verantwortungsfragen. Er hält es für unzureichend, allein den scheidenden Klinik-Chef auszutauschen, und sagt: „Es reicht nicht aus, nur den Klinik-Chef auszuwechseln.“ Entscheidend seien auch Verantwortlichkeiten in den nachgeordneten Führungsebenen. Für Pohler ist klar: „Goepfert hatte keine Kontrolle mehr.“ Vor diesem Hintergrund bringt er auch mögliche Regressforderungen ins Spiel und fragt, wer – neben dem bisherigen Klinikchef – die Verantwortung trage. Zudem fordert er ein stärkeres Eingreifen der Stadtspitze: „Wann erklärt Oberbürgermeister Thorsten Kornblum das Klinikum endlich zur Chefsache?“
